A Indian travel odysee, Part II
Busbahnhof? Der Bus fährt um 20:00 Uhr und braucht “nur” 12h (Zug: 13h). Allerdings: indischer Reisebus, 2er Sitze, mit drei Leuten belegt, Knie am Vordersitz eindrücken, die ganze Nacht durch. Aua, mein Kreuz, mal schauen, vieleicht fährt doch nochn Zug später.
Nach zähen Verhandlungen mit Stationsmanagern, die nur Hindi sprechen, Schalterbeamten die so schnell englisch sprechen, dass ich mir heute noch nicht sicher bin, ob es wirklich Englisch war und mit der Hilfe von anderen VIT Studenten, die uns am Bahnhof bereitwillig fragten, wo wir herkommen und ob sie uns helfen können, ergatterten wir dann doch tatsächlich vier Plätze im Nachtzug um 23:00 Uhr, Ankunft in Hyderabad 13:30 Uhr. Na dass ist doch ein Verzögerung die wir gerne in Kauf nehmen.
Inzwischen hatten wir es auch schon 21:00 Uhr, so dass zwei weitere Stunden warten nicht wirklich ins Gewicht fallen und warten sind wir ebenfalls schon gewöhnt. Einziger Wehrmutstropfen bei der Sache, wir haben ein Ticket, aber keinen Platz, weder Sitz- noch Schlafplatz, aber mal sehen was der Schaffner uns anbietet.
Nachdem der Zug auch pünktlich abgefahren ist, suchten wir uns erstmal einen Platz, wo wir in aller Ruhe auf den Schaffner warten konnten. Nach einiger Zeit legten wir uns einfach zum schlafen in die freien Betten. Einige Bettwechsel später, da die von uns genutzten Betten reserviert waren, kam der Schaffner gegen 2:00 Uhr in der früh und wieder ein paar Verhandlungen später gab es doch tatsächlich noch freie Betten für uns bis Hyderabad.
Den erholsamen und tiefen Schlaf vor Augen beruhigten wir uns damit, dass wir immerhin am Bahnhof in Hyderabad abgeholt werden sollten.
Frisch ausgeruht, ein paar Chai Verkäufer später erreichten wir pünktlich um 13:30 Hyderabad und freuten uns, schnell in ein Hotel zu kommen, uns frisch zu machen und Hyderabad zu erkunden.
Diese Vorfreude wurde durch unseren ominösen Inder (ein Student von Simon und mir) getrübt, der einfach nicht da war. Einige Telefonate später, dem Handy weiterreichen an einen Taxifahrer, dem aushandeln des Preises vereinbarten wir uns mit dem “besagten ominösen” Inder (nennen wir ihn S.) bei ihm zu Hause zu treffen.
In einem Kübelwagen ging die Reise nun weiter, wieder raus aus Hyderabad, bis zu einem Autohaus, an dem dann unser Taxifahrer nicht mehr weiterwusste. Wieder bei S. angerufen, hin- und her diskutiert, nun dann doch direkt in ein Hotel. In welches? Unsere Sache. Zum Glück hat der Taxifahrer Angebote von befreundeten Hotels dabei. Total zentral ausserhalb gelegen und zu unschlagbar teuren Preisen. “Nein, DANKE!” Wir haben hier eins, günstig, zentral gelegen und vom Reiseführer (Buch) empfohlen.
Mittlerweile fing es wieder an zu regnen, im Kübelwagen, stands Wasser, unser Gepäck durch geweicht. Zur Sicherheit verbrachten wir dann den heftigsten Schauer unter dem Dach einer Tankstelle. Tausende Liter Wasser später ging es, nunmehr bindfäden am regnen, zurück nach Hyderabad rein.
“Ob wir nicht doch in das von ihm gepriesene Hotel wollen? Er wisse auch nicht wo unseres genau liegt.””Nein, Danke!” Aber wir könnten wenigsten an einem Juwelier anhalten, ein freund von ihm, Bester Schmuck, usw. usw. “NEIN, danke!”
Angehalten haben wir trotzdem dort, er steuert ja das Auto. Und dann versteht er ja auch kein Englisch, nach gut zwei Stunden fast flüssiger Unterhaltung. Nicht doch sein Hotel? Das andere kennt er nicht. Oder etwas Schmuck von seinem Freund? “NEIN!!!”
Einige hundert meter weiter, anhalten nach dem Weg fragen, der Schmuck ist aber sehr schön…”HOTEL! NOW!”
Gefunden hat er das Hotel zu guter letzt dann doch. Schnell rein, Zimmer angeschaut, sauber, guter Zustand, genehm, einchecken, Fahrer bezahlen. Verdammt:
“Hin- und Rückfahrt, doppelter Preis!”
“Moment mal, aber wir sind nie an dem eigentlichen Ziel angekommen, geschweige den in die Nähe gekommen, also auch nicht doppelter Preis, noch nicht mal volle Preis für die Hinfahrt dafür.”
“Aber der Preis war so ausgemacht. Basta, doppelt”
Ich kann das hier abkürzen, so ging es noch gut eine Viertelstunde unter hinzunahme der Hotelmanagers, einiger Rickshaw Fahrer und weiterer Inder.
Alternativen waren Polizei oder einen erhöhten Preis zahlen, ok wir streiten uns um 1,50€, aber 100 Rps sind verdammt viel Geld. Am Ende haben wir ihm einfach was Geld in die Hand gedrückt, ihn vom Hotelpersonal unter lauten Flüchen vom Gelände begleiten lassen (Er hat immer noch gut 100% mehr bekommen als nötig) und sind endlich in unser Zimmer und konnten uns Frisch machen.
Bevor ich es vergesse inzwischen hatten wir 17:00Uhr, wir waren nun 25h unterwegs für gute 700km und nur noch dazu in der Lage irgendwo was Essen zu gehen, lecker Hyderabad Byrjiani, eine kläglichen Versuch zu starten ein Kneipe aufzusuchen und um 21:30 Todmüde ins Bett zu fallen.
Über den kläglichen Versuch eines Kneipenabends, besser: “Holi in Hyderabad” bekommt ihr bald mehr zu lesen.
Die Karre ohne Seitenverkleidung wurde zu unserem Verhängnis… Was im Sommer u. normalerweise in Indien ein großer Vorteil sein könnte, kehrte sich dann ins Gegenteil um… statt schön luftig wurde es verdammt nass, siehe Kathi mit Schirm…