Weiter gehts
Nach dem schönen Aufreger am Montag gings die Woche drunter und drüber. In aller Eile ist am Montag abend ein Artikel für die Zeitung fertig gestellt worden und eine Anzeige geschaltet worden. Irgendwie haben die es auch fertig gebracht, das die Anzeige schon in der Dienstag morgen Ausgabe der Zeitung erschienen ist. Das allermekrwürdigste: In sämtlichen größeren Zeitungen in GESAMT INDIEN!
Gestern kam dann noch ein gut 1/4 Seiten großer Artikel dazu. Das ganze hat dann ausgereicht innerhalb weniger Stunden die beiden geplanten Kurse voll zu bekommen. Es gab sogar Anmeldungen aus Delhi, Mumbai, Kalkutta und, gut lesen, Katmandu (Nepal), ob da jetzt jemand von herkommt, keine Ahnung. Wegen der vielen Anmeldungen ist dann auch die Teilnehmerzahl aufgestockt worden und in aller Eile sind weitere LEGO-Sets bestellt worden.
Da kann man sich nur an den Kopf fassen, lachen und es hinnehmen…
Damit das auch ja nicht verloren geht bei der Presse, gabs dann gestern eine
Pressekonferenz. Ein Grund, die gerade stattfindenden Zulassungstest für die
BTech Studiengänge. Auf 5500 Plätze haben sich Landesweit 138.000 Schüler
zu den Tests beworben. Jetzt finden an insgesamt 60 Orten in Indien Tests
statt um die Plätze zu belegen.
Achja, Pressekonferenz. Wir sollten daran teilnehmen, wegen des Vorstellung
unseres Projektes, Simon hatte keine Lust, daher bin ich alleine hin. Also, stellt
Euch das wie nach nem Fussballspiel, Formel 1 Rennen o.ä. vor. Extra Raum,
voll Ausstattung. Vorne ein Podest, natürlich erhöht für die Veranstalter. Unten,
wie bei uns im Bundestag in Halbkreisen, die Plätze für die Journalie, ca.
60 Plätze. Der Raum mit Holz- und Ledertäfelung, die Tische aus Mahagoni
und bequeme Ledersessel an jedem Platz. Jeder mit eigenem Mikro, große
Rückprojektionsleinwand für Präsentationen, Multimedia….
Bevor es losging wurde erstmal ordentlich aufgefahren, Häppchen und Süßes,
Säfte, Wasser, Kaffee und Tee. Dicke Pressemappen, Blöcke und Stifte und was
halt sonst noch so dazu gehört. Insgesamt eine Arbeiterschar von knapp 20
Menschen, die sich um den reibungslosen Ablauf kümmern.
Nach ca. 20 minuten erschienen dann Chancellor, die Vice-Chancellors und
Pro-Chancellors und setzten sich auf das Podest. Der Chancellor, als ehemaliger
Minister und Parlamentsmitglied von Tamil Nadu, Gründer und nun Leiter des VIT,
geniesst hier immer noch ein sehr hohes Ansehen und besitzt unglaubliche
Machtfülle. Na, er eröffnete dann die Pressekonferenz und was nun folgte kann
nicht besser inszeniert werden. Zahlen über Zahlen, Informationen und und und.
Er lächelt, komplette Journalie lacht usw. Ich musste mir n ziemlich schiefes
Grinsen verkneifen. Nach ca. 15 minuten kam dann das Gespräch auf den Robotic
Kurs von uns zu sprechen. Ich und Dr. Vivek ganz mittig platziert, damit wir ja
wahrgenommen werden, wurden erstmal vorgestellt. Dr. Vivek als Verantwortlicher
Veranstalter seitens VIT, meine wenigkeit schon als offizieller Vertreter der h_da
und Projektverantwortlicher. Sollte mal darüber mit der h_da Leitung reden
Selbstredend hatten die alle Probleme mit meinem Namen, erst Buchstabieren
und dann in “lockerer“ Atmosphäre dem Chancellor beibringen ein “ü“
auszusprechen, hach, wie schön. Nachdem alle so aufgelockert wurden gings ans eingemachte, erstmal erzählen, was das für ein Programm ist, Inhalte,
Zweck usw. anschließend offene Fragestunde. Wie sind Simon und ich hierher
gekommen, was ist genau unsere Aufgabe, machts Spaß usw., immer schön
unter dem wachsamen Auge des Chancellors, der sich bei ungewünschten
Fragen dann einmischte. Was ein Spaß!
Na, als alter Bühnenmensch hab ich es natürlich total genossen und ich denke
Deutschland und auch die h_da gut vertreten. Nach eine Stunde war dann der
Spuk vorbei. Hat zumindest ein wenig den Ärger von Montag vertröstet, schade
nur das Simon nicht dabei war, hat ne Menge Spaß verpasst.
Na, auf jeden Fall ist ordentlich Fotografiert und gefilmt worden, habe mal
angefragt, die Bilder und alles zu bekommen, mal sehen. So, nächste Woche
gehts dann endlich los, muss noch was machen dafür.
In dem Sinne, grüße
Steffen
Flatulenz in Indien
Keine Angst uns gehts gut.
Wir meinen lediglich unsere Indische Uni. Die Jungs hier hatten jede Menge Zeit alles organisatorisch auf die Beine zu stellen und die mussten „nur“ die Schüler organisieren. In ihrer „No problem“ Verblendung haben
sie es doch tatsächlich fertig gebracht, nicht zu wissen wann hier Schulferien sind. Nun haben wir den Salat. Die
Schulen sind zu und keine Einladungen und damit auch keine registrierungen eingegangen.
Hurra, was nun? Na, ganz einfach wir verschieben nochmals um eine Woche.
Mit nun riesigem Aufwand an Presseartikeln, Anzeigen und sonstigen Werbemaßnahmen wird nun versuhct doch noch genug Schüler zusammen zu bekommen. Mal schauen, wann dies Hoffnung sich im WInd auflöst, oder etwa nicht….
Grüße aus der Hitze,
Steffen und Simon
Energiegewinnung auf Indisch
Hier am VIT existiert eine Windkraftanlage, Geschenk aus Deutschland. Leider ist der Wind nicht stark genug, die Anlage richtig zu betreiben.
Der Chancellor regt sich darüber auf, da hier ein Generator existiert, der nicht die volle
Energie produziert, damit ist die Anlage in seinen Augen verschwendet. Naja, Indier sind ja auch kreativ und das VIT ist reich. Wer reich ist, kann auch die verrücktesten Ideen umsetzen…
Kurz und gut, es existiert ebenso eine BioGas Anlage hier, da die Studenten soviel Abfall usw.
produzieren, produziert auch die Anlage viel BioGas, laut Aussage Chancellor sogar Überschuß.
Dieser Überschuß soll nun für die Windkraftanlage genutzt werden. Wie? Ganz einfach, es sollen kleine Turbinen an den Flügelspitzen angebracht werden, die durch BioGas angetrieben werden. Steht die Anlage nun still, weil zu wenig Wind, werden die Turbinen angeschmissen und das Ding dreht sich und produziert Energie.
Rickshaw, dem Inder sein Allzweck!
Servus,
war eben auf dem Rückweg von Vellore mit der Autorickshaw und bin von der Polizei angehalten worden. Nichts schlimmes, es ging lediglich darum, dass zwei Polizisten einen Dieb gefangen hatten und den nun mit der Rickshaw zum nächsten Polizeirevier bringen wollten.
Ein erster Versuch die Rickshaw zu „beschlagnahmen“ scheiterte, da sich der Fahrer erstmal weigerte, nachdem dann die Polizisten sahen, dass ein weißer in der Rickshaw sitzt konnten wir weiter fahren. Es wurde einfach eine nachfolgende beschlagnahmt, tstststs, diese Inder
Gruß
Steffen
A Indian travel odysee, Part II
Busbahnhof? Der Bus fährt um 20:00 Uhr und braucht “nur” 12h (Zug: 13h). Allerdings: indischer Reisebus, 2er Sitze, mit drei Leuten belegt, Knie am Vordersitz eindrücken, die ganze Nacht durch. Aua, mein Kreuz, mal schauen, vieleicht fährt doch nochn Zug später.
Nach zähen Verhandlungen mit Stationsmanagern, die nur Hindi sprechen, Schalterbeamten die so schnell englisch sprechen, dass ich mir heute noch nicht sicher bin, ob es wirklich Englisch war und mit der Hilfe von anderen VIT Studenten, die uns am Bahnhof bereitwillig fragten, wo wir herkommen und ob sie uns helfen können, ergatterten wir dann doch tatsächlich vier Plätze im Nachtzug um 23:00 Uhr, Ankunft in Hyderabad 13:30 Uhr. Na dass ist doch ein Verzögerung die wir gerne in Kauf nehmen.
Inzwischen hatten wir es auch schon 21:00 Uhr, so dass zwei weitere Stunden warten nicht wirklich ins Gewicht fallen und warten sind wir ebenfalls schon gewöhnt. Einziger Wehrmutstropfen bei der Sache, wir haben ein Ticket, aber keinen Platz, weder Sitz- noch Schlafplatz, aber mal sehen was der Schaffner uns anbietet.
Nachdem der Zug auch pünktlich abgefahren ist, suchten wir uns erstmal einen Platz, wo wir in aller Ruhe auf den Schaffner warten konnten. Nach einiger Zeit legten wir uns einfach zum schlafen in die freien Betten. Einige Bettwechsel später, da die von uns genutzten Betten reserviert waren, kam der Schaffner gegen 2:00 Uhr in der früh und wieder ein paar Verhandlungen später gab es doch tatsächlich noch freie Betten für uns bis Hyderabad.
Den erholsamen und tiefen Schlaf vor Augen beruhigten wir uns damit, dass wir immerhin am Bahnhof in Hyderabad abgeholt werden sollten.
Frisch ausgeruht, ein paar Chai Verkäufer später erreichten wir pünktlich um 13:30 Hyderabad und freuten uns, schnell in ein Hotel zu kommen, uns frisch zu machen und Hyderabad zu erkunden.
Diese Vorfreude wurde durch unseren ominösen Inder (ein Student von Simon und mir) getrübt, der einfach nicht da war. Einige Telefonate später, dem Handy weiterreichen an einen Taxifahrer, dem aushandeln des Preises vereinbarten wir uns mit dem “besagten ominösen” Inder (nennen wir ihn S.) bei ihm zu Hause zu treffen.
In einem Kübelwagen ging die Reise nun weiter, wieder raus aus Hyderabad, bis zu einem Autohaus, an dem dann unser Taxifahrer nicht mehr weiterwusste. Wieder bei S. angerufen, hin- und her diskutiert, nun dann doch direkt in ein Hotel. In welches? Unsere Sache. Zum Glück hat der Taxifahrer Angebote von befreundeten Hotels dabei. Total zentral ausserhalb gelegen und zu unschlagbar teuren Preisen. “Nein, DANKE!” Wir haben hier eins, günstig, zentral gelegen und vom Reiseführer (Buch) empfohlen.
Mittlerweile fing es wieder an zu regnen, im Kübelwagen, stands Wasser, unser Gepäck durch geweicht. Zur Sicherheit verbrachten wir dann den heftigsten Schauer unter dem Dach einer Tankstelle. Tausende Liter Wasser später ging es, nunmehr bindfäden am regnen, zurück nach Hyderabad rein.
“Ob wir nicht doch in das von ihm gepriesene Hotel wollen? Er wisse auch nicht wo unseres genau liegt.””Nein, Danke!” Aber wir könnten wenigsten an einem Juwelier anhalten, ein freund von ihm, Bester Schmuck, usw. usw. “NEIN, danke!”
Angehalten haben wir trotzdem dort, er steuert ja das Auto. Und dann versteht er ja auch kein Englisch, nach gut zwei Stunden fast flüssiger Unterhaltung. Nicht doch sein Hotel? Das andere kennt er nicht. Oder etwas Schmuck von seinem Freund? “NEIN!!!”
Einige hundert meter weiter, anhalten nach dem Weg fragen, der Schmuck ist aber sehr schön…”HOTEL! NOW!”
Gefunden hat er das Hotel zu guter letzt dann doch. Schnell rein, Zimmer angeschaut, sauber, guter Zustand, genehm, einchecken, Fahrer bezahlen. Verdammt:
“Hin- und Rückfahrt, doppelter Preis!”
“Moment mal, aber wir sind nie an dem eigentlichen Ziel angekommen, geschweige den in die Nähe gekommen, also auch nicht doppelter Preis, noch nicht mal volle Preis für die Hinfahrt dafür.”
“Aber der Preis war so ausgemacht. Basta, doppelt”
Ich kann das hier abkürzen, so ging es noch gut eine Viertelstunde unter hinzunahme der Hotelmanagers, einiger Rickshaw Fahrer und weiterer Inder.
Alternativen waren Polizei oder einen erhöhten Preis zahlen, ok wir streiten uns um 1,50€, aber 100 Rps sind verdammt viel Geld. Am Ende haben wir ihm einfach was Geld in die Hand gedrückt, ihn vom Hotelpersonal unter lauten Flüchen vom Gelände begleiten lassen (Er hat immer noch gut 100% mehr bekommen als nötig) und sind endlich in unser Zimmer und konnten uns Frisch machen.
Bevor ich es vergesse inzwischen hatten wir 17:00Uhr, wir waren nun 25h unterwegs für gute 700km und nur noch dazu in der Lage irgendwo was Essen zu gehen, lecker Hyderabad Byrjiani, eine kläglichen Versuch zu starten ein Kneipe aufzusuchen und um 21:30 Todmüde ins Bett zu fallen.
Über den kläglichen Versuch eines Kneipenabends, besser: „Holi in Hyderabad“ bekommt ihr bald mehr zu lesen.
Die Karre ohne Seitenverkleidung wurde zu unserem Verhängnis… Was im Sommer u. normalerweise in Indien ein großer Vorteil sein könnte, kehrte sich dann ins Gegenteil um… statt schön luftig wurde es verdammt nass, siehe Kathi mit Schirm…
A Indian travel odyssee, Part I
Na, da ging doch unser geplanter Wochenendtrip Donnerstag Nachmittag fast schon in die Hose. Frühzeitig zur Abreise getroffen, machte uns ein Regenschauer biblischen Ausmaßes einen gehörigen Strich durch die Rechnung.
Von Vellore mussten wir nach Chittor, um dort den Anschlußzug nach Hyderabad zu erwischen. Danke des Regens ging erstmal eine Zeitlang Verkehstechnisch nichts und es verstrichen minuten um minuten.
Erste Versuch gleich ein Taxi nach Chittor zu bekommen scheiterten daran, dass die Taxifahrer meinten, sie benötigen ca. 40 (indische) minuten um uns abzuholen, hinzu kommt dann eine Fahrtzeit von nochmals min 45 minuten. Hoch gerechnet würden wir damit unseren Zug um gut 5 minuten verpassen.
Ok, dann ab mit der Rikshaw zum Busbahnhof, wo ja alle 15 minuten ein Bus nach Chittor fährt. Blöd nur, dass die Busse so überfüllt sind, dass die Leute aussen anhängen oder gar auf dem Dach sitzen. Mit Gepäck, 45 Minuten auf Dach im Regen sitzen? Ne, Lebensmüde sind wir dann doch nicht. Aber um die Ecke ist ja Katpadi Junction, vieleicht erwischen wir dort ein Verkehrsmittel, welcher Art auch immer.
Zug? Nein, ist gerade abgefahren. Taxi? Ja, aber nicht nach Chittor, ist ja in Andhra Pradesh. Aussage eines Taxifahrers, bei ca. 10 da stehenden Taxen, aber wo sind die Fahrer? Diese Frage konnte uns niemand beantworten, aber man rief dann einen anderen Kollegen an, der fahren würde und tatsächlich nach 15 minuten kam einer der fahren würde. Nun war es schon 17:15 Uhr, der Zug fährt 17:30 Uhr. Jetzt zählt nur noch das Prinzip Hoffnung, indische Bahn? Hat doch immer verspätung, also los, dann sind wir auf jeden Fall schonmal in Chittor und wenn nicht, dann gibts noch den Busbahnhof, mit regelmäßigem Verkehr nach Hyderabad und weitere Zugverbindungen.
Die Taxifahrt, ca. 40Km durch indisches Bergland, in strömenden Regen und ohne Scheibenwischer, der entweder kaputt war oder gegen den Regen nichts ausrichten konnte, war purer Blindflug. Wenigsten hörte der Taxifahrer noch gut genug um den entgegenkommenden Autos anhand der Hupe auszuweichen. Ein aufblitzendes Fernlicht konnten manchmal auch noch erkannt werden.
Auf jeden Fall erreichten wir Punkt 18:00 Uhr den Bahnhof, der Zug hatte auch Verspätung, aber nur 15 Minuten.
Hurra! Was nun?
Ob wir unser Ziel wirklich erreicht haben und wie die Odyssee weiter ging, kann im 2. Teil nachgelesen werden…
Nur ein Scheibenwischer, aber der brachte auch nicht viel… Man fährt hier einfach mehr nach Gehör…
Drei hin, einer zurück!
Wir waren dies Wochenende in Chennai und haben am Feitag die letzten beiden Deutschen verabschiedet, die Samstag morgen nach Deutschland zurück fliegen wollten. Tja, aber wiedermal hat das Leben nen anderen Willen, Ausreise verboten, Tickets zerissen und schon waren die zwei wieder da…
Und weswegen? Weil ein Schreiben der Örtlichen Behörden in Vellore gefehlt hat. So gehts.
Das Wochenende war für uns aber ein sehr entspanntes, witziges und schönes. Wir werden dazu hier in den nächsten Tagen noch ein wenig veröffentlichen.
Bis denne,
Steffen
Unser Sams
Nach etlichen Verwechslungen wegen zweier Simons hier mussten wir für Simon einen Spitznamen finden. Nach langem Überlegen haben wir einen gefunden:
SAM
Mal sehen, ob der sich durchsetzt für unseren kleinen Hobbit….
Tanzverbot in Bangalore
Unglaublich aber wahr! Weil die Inder beim tanzen sich selbst total vergessen, ist es den Kneipen und Bars in Bangalore zur Zeit verboten zu tanzen.
Die Stadtführung hat Angst vor zuviel Sex durch tanzen…
Sogar das gute alte Ministery of silly walks (Monthy Python lässt grüßen) ist verboten.
So wie es im Moment aussieht wird aber wieder darüber diskutiert in den Bars das tanzen wieder zu erlauben, da den Besitzern die Umsätze einbrechen.
